Pressemitteilungen: Aggressiver Auftritt der Polizei | Unter dem Motto "On the road again - wir sind wieder mobil!" verließen am heutigen Freitag gegen 16 Uhr die letzten 150 Studierenden das Univerwaltungsgebäude, welches sie seit Montagnachmittag besetzt gehalten hatten. Viele der Studierenden und SchülerInnen, die sich während der gesamten Zeit der Besetzung mit den Studierenden solidarisiert hatten, fuhren auf Fahrrädern aus dem Gebäude raus, um die wiedergewonnene Mobilität zum Ausdruck zu bringen.
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Die spontane Demonstration führte zur CDU-Geschäftsstelle in der Gisselberger Straße. Beim Eintreffen vor der Parteizentrale war der Demonstrationszug auf etwa 300 TeilnehmerInnen angewachsen, darunter neben den Studierenden und SchülerInnen auch einige Eltern.
Vor dem Gebäude der CDU wurden die friedlichen Demonstrierenden bereits von einem Polizeihundeführer mit den Worten "Stehen bleiben, sonst beißt der Hund!" empfangen. Die Demonstrierenden sammelten sich vor der Geschäftsstelle, ohne Anstalten zu machen, in das Gebäude zu gelangen.
Dennoch wuchs auf Seiten der Polizei die Aggressivität. Mehrere Polizisten griffen friedlich dastehende Demonstrierende verbal und körperlich an. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite kam es zu einem Gerangel zwischen Polizei und Studierenden, woraufhin ein Student festgenommen wurde. Während ein Polizist den Studenten gegen ein Auto drückte, biss der dazugehörige Polizeihund dem Demonstranten in den Oberarm.
Währenddessen schubsten und schlugen mehrere Polizisten die nun aufgebrachten, aber immernoch friedlichen Demonstrierenden, die das Geschehen fassungslos beobachtet hatten, vom Ort des Geschehens weg. "Wir sind friedlich - was seid ihr?", ertönte es überall.
Nachdem das Polizeiauto mit dem verhafteten Studenten fort gefahren war, verließen die Studierenden den Ort unaufgefordert in Richtung Mensa, wo sich der Demonstrationszug auflöste. Etwa vierzig Studierende machten sich sofort im Anschluss auf den Weg zur Polizeidirektion in Cappel, um ihrer Solidarität mit ihrem verhafteten Kommilitonen Ausdruck zu verleihen und ihrem Ärger über das Verhalten der Polizei Luft zu verschaffen.
Der AStA Marburg verurteilt aufs Schärfste den völlig überzogenen Polizeieinsatz. Insbesondere der Einsatz von Hunden wird von den Studierenden als unnötige Provokation und kaum zu rechtfertigendes Mittel aufgefasst. "In den vergangenen Wochen hat die Zusammenarbeit von Polizei und Studierenden sehr gut funktioniert. Es ist schade und nicht nachzuvollziehen, dass die Polizei plötzlich ein solches Vorgehen wählt", meint Lena Behrendes, Vorsitzende des AStA Marburg. "Wir haben bisher immer friedlich demonstriert. Ich verstehe nicht, warum die Polizei durch ihr aggressives Eingreifen eine solche Eskalation heraufbeschwört."
Am heutigen Abend hat der Leiter der Polizeidirektion den Studierendenvertretern angeboten, über den Vorfall zu sprechen, auch um solche Zwischenfälle in Zukunft zu vermeiden. Vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass dies sicherlich nicht das letzte Mal war, dass die Studierenden in Marburg auf die Straße gegangen sind, sollte dies für beide Seiten von Interesse sein. |
| Aktualisiert Freitag, 26. Mai 2006 Geschrieben von Lena 4576 Mal gelesen |
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