AStA und Personalrat der Philipps-Universität gegen Taktausdünnungen im Busverkehr auf die Lahnberge

Der AStA und der Personalrat der Philipps-Universität Marburg sprechen sich entschieden gegen die Fahrplananpassungen der Stadtwerke vom 10. Dezember 2017 aus, insbesondere auf den Linien 2 und 7, auf denen eine eklatante Verschlechterung für Nutzerinnen und Nutzer mit den Zielen Studentendorf, Universitätsklinikum sowie naturwissenschaftliche und mathematische Fachbereiche eingetreten ist.

„Die zum Fahrplanwechsel vorgenommenen Ausdünnungen haben zu massivem Unmut in der Studierendenschaft geführt“, sagt Cornelius Hansen, Referent für Verkehr beim AStA Marburg. „Es ist absolut unverständlich, warum entgegen dem von der Stadtverordnetenversammlung am 20. Mai 2016 beschlossenen Nahverkehrsplan nicht nur keine Verbesserungen, sondern sogar massive Verschlechterungen umgesetzt werden. Im übrigen passen die Ausdünnungen nicht zu den geplanten Angebotsausweitungen, wie etwa die Prüfung eines Straßenbahnanschlusses für die Lahnberge.“

 Zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember wurde das Angebotskonzept der Stadtwerke auf die Lahnberge grundlegend überarbeitet. Statt der Ringlinie 7 erfolgt die Bedienung nun hauptsächlich durch die Linien 2 und 7, erstere, von Cappel kommend, über die Innenstadt, Hauptbahnhof, Studentendorf und Panoramastraße (Ring Nord), letztere, vom Hauptbahnhof kommend, über die Innenstadt, Südbahnhof und Großseelheimer Straße (Ring Süd). Entscheidender Unterschied: Wurden bis zum Fahrplanwechsel beide Äste montags bis freitags mit vier Fahrten in der Stunde bedient, trifft dies auf den Ring Süd inzwischen nur noch zwischen sechs und neun sowie zwischen 16 und 19 Uhr zu; in der Zwischenzeit verkehren nur zwei Fahrten in der Stunde, auf dem Ring Nord sogar ganztägig.

 „Die Fahrplanverschlechterungen sind angesichts der Einführung des LandesTickets Hessen, das ab 1. Januar 2017 den Beschäftigten der Universität zur Verfügung steht und Kolleginnen und Kollegen zum Umstieg auf den öffentlichen Verkehr bewegen soll, nicht hinnehmbar“, ergänzt Franz Grolig vom Personalrat der Philipps-Universität. „Zudem verkehren beide Linien nach wie vor durch die Innenstadt, was verspätungsanfällig ist und weiterhin zu unsicheren Anschlüssen zum Schienenverkehr an Haupt- und Südbahnhof führt.“

 Auch für die Bewohnerinnen und Bewohner des Studentendorfes (am Ring Nord gelegen) bedeuten die Fahrplananpassungen massive Einschnitte, nicht nur wegen der Taktausdünnungen, sondern auch, weil montags bis freitags nach 20 Uhr keine Bedienung mehr erfolgt, am Wochenende sogar ab Nachmittag. „Insbesondere Frauen haben sich an uns gewandt, weil ihnen unbehaglich dabei ist, von den als Ersatz deklarierten Haltestellen Ginseldorfer Weg oder Sankt-Martin-Straße durch die Dunkelheit nach Hause zu gehen“, sagt Hansen.

 AStA und Personalrat fordern die Stadtwerke auf, unverzüglich zu einer Bedienqualität des Status quo ante zurückzukehren und etwaige Sparmaßnahmen nicht auf dem Rücken von Studierenden, Beschäftigten und Bewohner*innen des Studentendorfs umzusetzen.

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