[PM] Hessische Studierende fordern anlässlich der Landtagswahl Kehrtwende in der Hochschulpolitk!

Am 28. Oktober 2018 findet die Landtagswahl in Hessen statt. Aus diesem Anlass veranstaltet die Landesstudierendenvertretung (LAK) Hessens am 08. Oktober um 18 Uhr eine Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen der Parteien in der Alten Aula der Philipps-Universität Marburg. Die Studierenden fordern landesweit mehr geförderten Wohnraum, eine bessere Ausstattung der Hochschulen und mehr Lehrkräfte. Zu diesen Kernanliegen startet die Landesstudierendenvertretung am gleichen Tag die Plakatkampagne "Prüft was ihr wählt!" in allen Unistädten des Landes, mit der die Studierendenvertretungen auf ihre Wahlprüfsteine hinweisen. Zusätzlichen startet ab dem 15. Oktober die bundesweite Kampagne "Lernen am Limit", die sich mit den gleichen Themen befasst.

Eine zentrale Forderung der Kampagne ist, dass mehr Mittel in die politische Bildung fließen müssen und Initiativen, die sich für Demokratie und Vielfalt einsetzen, nicht staatlich drangsaliert werden dürfen. Diese Entwicklung muss nicht zuletzt auch an Universitäten in Lehre und Selbstverwaltung nachhaltig gestärkt werden. Die LAK Hessen setzt sich für eine dauerhafte, nachhaltige Finanzierung für politische Bildungsarbeit ein.

Die schwarz-grüne Landesregierung sei in der endenden Legislaturperiode kaum auf dringend nötige Änderungen und Forderungen der Studierenden eingegangen. Zugesichert wurde u.a. eine stärkere Beteiligung der Studierenden bei Belangen, die die Studienbedingungen betreffen. Dazu stellt Sophie Frühwald vom AStA der Philipps-Universität Marburg fest: "Für mehr als ein dürres Anhörungsrecht hat es leider bei der letzten Novellierung des Hochschulgesetzes nicht gereicht. Damit werden die unzulänglichen demokratischen und finanziellen Zustände sowie die prekären Arbeitsverhältnisse der Beschäftigten an den Hochschulen zementiert. Nach wie vor fordern wir echte Demokratisierungsbestrebungen und die Viertelparität in allen Selbstverwaltungsgremien der Hochschulen." 

Insbesondere die Lehr- und Lernbedingungen unterliegen an Hochschulen und Universitäten dem defizitären Budget. Seminare mit 50 Teilnehmer*innen sind längst üblich. Die Landesstudierendenvertretung fordert daher ausreichende Seminarplätze für alle Student*innen, gekoppelt an eine maximale Kursgröße von 20 Teilnehmer*innen. 

Fabian Rocke ebenfalls vom AStA der Philipps-Universität ergänzt: „Der Kurs der Landesregierung zu einem intensiviertem Wettbewerb schadet den Hochschulen. Der Wissenschaftsbetrieb ist hessen- und bundesweit geprägt von Drittmittelzwang und fehlender räumlicher Ausstattung für Lehre, Forschung und Lernen. Ebenso sind Rückzugsmöglichkeiten für Student*innen, insbesondere für Student*innen mit Kind, häufig nicht oder nicht ausreichend vorhanden. Die Unterfinanzierung macht sich auch durch nicht besetzte Professuren und unsichere Beschäftigungsverhältnisse von studentischen und wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen sowie Lehrbeauftragten in Forschung und Lehre bemerkbar. Hier müssen dringend Konsequenzen gezogen werden; die Abkehr von der wettbewerblichen Mittelvergabe und eine Masterplatzgarantie sind wichtige Maßnahmen, die soziale Selektion mindern und Unterfinanzierung im Hochschulsystem bekämpfen könnten. Längst steht der Zeiger auf fünf nach zwölf.“ 

Hinzu kommt der desolate Zustand des Wohnungsmarktes im Land Hessen: vor allem in den Ballungsgebieten aber auch an anderen Hochschulstandorten sei die Suche nach bezahlbarem Wohnraum für Studierende zu einem irrwitzigen Wettkampf mutiert und noch schwieriger als einen Seminarplatz zu finden. Dazu bemerkt Charleen Dresen vom AStA der Frankfurt University of Applied Sciences: „Es ist zynisch und perfide davon auszugehen, dass all diejenigen, die ein Hochschulstudium anstreben, vom elterlichen Bankkonto getragen werden können. Wie soll man erfolgreich studieren, wenn man parallel noch drei Jobs hat? Wir fordern daher eine Offensive beim Bau von neuen Studi-Wohnheimen und die Schaffung preiswerten Wohnraums insbesondere in den Ballungsräumen und an den Hochschulstandorten. Des Weiteren fordern wir, dass vom Land veräußerte Flächen vorrangig kostenlos den Studierendenwerken oder für sozialen Wohnungsbau angeboten werden, statt der Beteiligung des Landes auf dem Markt als Wohnraumspekulant, der die Preisspirale anheizt. Damit muss natürlich eine deutlich bessere Finanzierung der Studierendenwerke einhergehen, sodass die Baumaßnahmen umsetzbar sind.“ 

"Wir fordern deshalb alle Menschen dazu auf, die Chance zu nutzen und sich am Meinungsbildungsprozess vor der Wahl zu beteiligen, sodass progressive und faire Politik in Hessen endlich stärker gewichtet wird und bessere Lehr- und Lernbedingungen an Hochschulen umgesetzt werden. Beteiligt euch, mischt euch ein und überlasst Populist*innen nicht das Feld!" schließt Sophie Frühwald vom AStA der Philipps-Universität. 

An der Podiumsdiskussion nehmen teil:

 

  Janine Wissler (MdL, Die LINKE)

  Daniel May (MdL, B'90/die Grünen)

  Andreas Hofmeister (MdL, CDU)

  Tanja Brühl (im Regierungsteam der SPD, parteilos)

  Klaus Doll (Wahlkreiskandidat Gießen II, FDP)

Pressekontakt: vorstand@asta-marburg.de

 

Weitere Informationen:

    Podiumsdiskussion (https://www.facebook.com/events/186338105595406/)

    Lernen am Limit (https://lernfabriken-meutern.de/lernen-am-limit/)

    Wahlprüfsteine 


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