Autonome Tutorien in aller Kürze

Die Philipps-Universität Marburg hat eine Vielzahl von Studiengängen, die über mehrere  Standorte verteilt sind, daher gibt es leider kaum Räume, in denen bspw. Student*innen der Naturwissenschaften und Gesellschaftswissenschaften aufeinander treffen und gemeinsam und interdisziplinär Themen erkunden können. Autonome Tutorien stellen ein fachbereichsübergreifendes selbstverwaltetes Lehr- und Lernangebot von Student*innen an Student*innen dar. In den vier Autonomen Tutorien bekommst Du in ungezwungener Atmosphäre zu erkunden. Dieses Format bietet die Möglichkeit wissenschaftliche Themen kritisch aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten, ohne an inneruniversitäre Bologna-Zwänge gebunden zu sein. 

Die Gestaltung der Tutorien liegt ganz in den Händen der Tutor*innen. Die Tutor*in eines Autonomen Tutoriums hat hauptsächlich die Aufgabe, den Ablauf des Tutoriums zu strukturieren und den Gruppenprozess zu organisieren. Die Autonomen Tutorien leben jedoch vor allem von den Beiträgen und der Mitarbeit der Teilnehmer*innen. Daher besteht keine Anwesenheitspflicht und es werden auch keine Prüfungen oder Ähnliches abgenommen. Das bedeutet auch, dass keine ECTS-Punkte vergeben werden können. Die Autonomen Tutorien können in der Regel nicht auf Module in Studiengängen verrechnet werden. Auf Anfrage können jedoch Teilnahmebescheinigungen ausgestellt werden. 

Die Autonomen Tutorien starten in der zweiten Vorlesungswoche. Am 10.04.2018 von 18 bis 20 Uhr finden im Hörsaal +1/0110 (Hörsaalgebäude, Biegenstraße 14) die Infoveranstaltung statt, in der die Themen der Tutorien sowie die Tutor*innen vorgestellt werden. Hier können Fragen gestellt werden, um herauszufinden, ob das jeweilige Tutorium vielleicht etwas für Dich wäre. 

Die Autonomen Tutorien werden vom Allgemeinen Student*innenausschuss der Philipps-Universität Marburg (AStA Marburg) angeboten und durch zentrale QSL-Mittel finanziert (siehe unten). Ausgesucht wurden die Tutor*innen durch Personen, die aus der Fachschaftenkonferenz (FSK) und dem Student*innenparlament (StuPa) gewählt sind und die den Ausschuss für Autonome Tutorien bilden. 

Falls du Interesse hast, dich im Sommersemester an einem Autonomen Tutorium teilzunehmen, kannst du dich unverbindlich über Ilias anmelden und auf die jeweiligen Materialien der Tutorien zugreifen: http://uni-marburg.de/pmXVR

Auf Ilias werden die auch Räumlichkeiten und die Uhrzeiten der Tutorien bekannt gemacht. 

Bei Fragen kannst Du Dich gerne an die Koordinatorin für Autonome Tutorien, Aygün Habibova unter auton-tutorien-koord(at)asta-marburg.de wenden oder in die Sprechstunde kommen. Sprechstunde in der vorlesungsfreien Zeit: Dienstags, 14-16 Uhr im FSK-Raum.

Sprechzeiten 

Bei Fragen zu den autonomen Tutorien und dem Bewerbungsprozess kannst Du gerne die Sprechstunde wahrnehmen.  Sprechstunde in der vorlesungsfreien Zeit: Dienstag, 14-16 Uhr im FSK-Raum. 

Außerdem erreichst du die Koordination unter auton-tutorien-koord(at)asta-marburg.de

 

1. Das Recht auf Stadt - Ansätze für eine befreite Stadt oder linke Utopie? 

Städte in ihrer Ausformung sind der Verwertungslogik des kapitalistischen Marktes unterworfen. Dies macht sich vor allem am Mangel an bezahlbaren Wohnraum, aber auch am Mangel an öffentlichen Raum zur kollektiven Gestaltung und Nutzung bemerkbar. Neben einer theoretischen Auseinandersetzung mit dem Thema werden wir uns verschiedene soziale Bewegungen und Initiativen zur Aneignung öffentlichen Raumes, wie die Recht auf Stadt Bewerbungen und das Mietshäuser Syndikat anhand von Fragestellungen auf emanzipatorischen Gehalt anschauen. 

TUTORIN: MELANIE KUHNERT 

Wann?: Mittwochs 16-18h

Wo? Raum G00052, Philosophische Fakultät (Wilhelm-Röpke-Str. 6, Block G)

2. Kinder(bücher) und Gesellschaftskritik?! Kinderfreundliches Tutorium 

Studierende können mit Kind(ern) an diesem Tutorium teilnehmen! Kreativ und spielerisch wollen wir gemeinsam mit Kinder-/Bilderbüchern arbeiten und herausfinden, was sie uns über gesellschaftliche Machtverhältnisse sagen. Außerdem können wir dabei Bücher kennenlernen, deren kleine Held*innen so unterschiedlich sind wie Kinder selbst. 

TUTORIN: LAURA STUMPP

Wann?: Mittwochs, 14-16 Uhr

Wo?: Eltern-Kind-Raum 4, Universitätsbibliothek (Deutschhausstraße 9)

3. Angst - Zwang, Chancen und Nutzen einer Emotion 

Angst ist ein universelles Phänomen, welches auf unterschiedlichste Weise Personen, Gesellschaften und Kulturen beeinflusst. Zwischen evolutionärem Nutzen und persönlichem Leid, stellt sich die Frage, wie kann ein konstruktiver Umgang mit Angst geschaffen werden? 

TUTOR: LUKAS SCHOLL

Wann?: Dienstags, 16-18 Uhr

Wo?: Raum 00A09, CNMS (Deutschhausstr. 12)

 

 

4. Außergewöhnliche Erfahrungen - Wissenschaft, Gesellschaft, Individuum  

Schonmal einen Geist gesehen? In diesem Tutorium wollen wir uns interdisziplinär mit sog. außergewöhnlichen Erfahrungen (AgE) auseinandersetzen, also Déjà-Vus, angeblichem Spuk, angeblichen Gedankenübertragungen, Halluzinationen usw. Was sind AgE und wer erlebt AgE? Wie kann man sie sich (z.B. neurobiologisch) erklären, warum haben AgE gesellschaftliche Relevanz und warum werden sie in den Wissenschaften eigentlich häufig ausgeklammert? 

TUTOR: MAX FUHRMANN 

Wann?: Donnerstags, 16-18 Uhr

Wo?: Raum 00A09, CNMS (Deutschhausstr. 12)

Entstehungsgeschichte der autonomen Tutorien an der Philipps-Universität

Am 17.10.2017 bewilligte die Zentrale Kommission über die Verwendung der zentralen Mittel zur Qualitätssicherung von Studium und Lehre (Zentrale QSL-Kommission) auf Antrag des AStA Vorstandes Gelder für die Organisation und Durchführung von vier Autonomen Tutorien im Sommersemester 2018. 

Mittel zur Qualitätssicherung von Studium und Lehre: Seit der Abschaffung der Studiengebühren in Hessen steht den Universitäten eine Zusatzfinanzierung durch das Land zu, die die Gebühren ersetzen soll. Diese Gelder dienen nicht der Finanzierung grundständiger Lehre, sollen zur Verbesserung bzw. Erweiterung des angebotenen Lehrangebots genutzt werden. Diese Verbesserung kann materieller (z.B. Kursausstattung, ausleihbare Bücher) oder personeller (z.B. zusätzliche Kursbetreuer) Art sein. Jeder Fachbereich hat eine QSL-Kommission und es gibt noch die Zentrale QSL-Mittel Kommission. Die Kommission entscheidet auf Antrag über die Verwendung der verfügbaren Gelder. Dabei haben die Studierenden erhebliches Mitspracherecht. Denn dies ist das einzige Gremium der Uni, das paritätisch besetzt ist, in dem also 6 Studentische Vertreter*innen und 6 Vertreter*innen aus anderen Statusgruppen Mitglieder sind. Jedes Organ der Uni kann Anträge stellen, eingeschlossen sind dabei die Fachschaftsräte und der AStA Marburg.