autonome Tutorien der Studierendenschaft

aktuelle Tutorien im Wintersemester 2020/21 im Einzelnen

Proteste Weltweit - systemkritische Antwort auf die kapitalistische Gesellschaftsstruktur des globalen Nordens

Wer?Luise Becker und Marie Bonath
Wann?Montags, 14 – 16 Uhr
Wo?BigBlueButton/HRZ Uni Marburg (Zugangscode: 582187)

 

 

Protest regt sich nicht mehr nur in den südlichen Ländern, den Ländern die die Kehrseite des Kapitalismus am deutlichsten zu spüren bekommen. Nach und nach erreicht er auch die Industriestaaten, die sogenannten Länder des globalen Nordens. Seit der Corona-Krise treten die sozialen Bruchstellen noch markanter zu Tage. Die Schere zwischen Arm und Reich wird nochmal mehr auseinander getrieben.

Im Tutorium wollen wir uns hauptsächlich den Industrieländern widmen, in denen es seit Ausbruch des Corona Virus vermehrt zu systemkritischen Äußerungen und Bewegungen kommt, die sich größtenteils auf die mangelhafte Sozialpolitik beziehen. Um einen möglichst umfassenden Einblick zu erarbeiten, wird das Tutorium in die Teilbereiche Der Protest, Das politische System und Alternative Räume unterteilt.

Dabei soll sich in Gruppen an folgenden Aspekten orientiert werden:

  • Wo wird weshalb demonstriert und was soll erreicht werden?
  • Wie wird mit systemkritischen Protesten und allgemeinen systemkritischen, alternativen Schutzräumen von Seiten der Regierung umgegangen?
  • Gibt es staatliche Restriktionen oder Polizeigewalt, die alternative Meinungen eindämmen oder verhindern?

Im Tutorium sollen die Ergebnisse aus den Teilbereichen zusammenzutragen werden, um einen Überblick darüber zu bekommen, wie die politische Organisation und Führung des jeweiligen Landes sind. Wie strukturell alternative Räume akzeptiert oder verdrängt werden. Und wie seitens der Regierung mit Protesten, die sich gegen das System richten, umgegangen wird.

Letztendlich hoffen wir, dass wir alle mit umfassenderem Wissen über die globalen Probleme kapitalistischer Gesellschaftsstrukturen aus diesem Tutorium gehen und strukturelle Probleme, wie soziale Ungleichheit und strukturelle Diskriminierung, gezielt als Produkte kapitalistischer, patriarchaler Systeme benennen können.

„Von Clowns und Baumhäusern“ – Über soziale Bewegungen und Formen von Widerstand

Wer?Carmen Jäpel
Wann?Mittwochs, 18 – 20 Uhr
Wo?BigBlueButton/HRZ Uni Marburg

 

 

  • Was haben Clowns mit Widerstand zu tun und wie sollen Baumhäuser etwas in der Welt bewegen?
  • Woher kommen all die aktivistischen Gruppen, die in letzter Zeit nur so aus dem Boden sprießen und wie verschaffen sie sich Gehör und geben ihren Gedanken und Zielen einen Ausdruck?

Darum und um vieles mehr soll es in diesem Seminar gehen. Wir wollen uns einen Überblick über soziale Bewegungen und autonom organisierten Widerstand verschaffen. Dabei werden sowohl die Inhalte wissenschaftlicher Forschung eine Rolle spielen, als auch eine ganz alltagspraktische Auseinandersetzung mit dem Thema. Fragen, die wir uns beispielsweise stellen werden sind:

  • Was macht eine soziale Bewegung aus?
  • Was können wir von bestehenden Bewegungen lernen? Welche Aktionsformen gibt es?
  • Auf welche Art organisieren und strukturieren Gruppen sich, sodass alle mitreden und entscheiden können?
  • Wie umgehen mit Konflikten um Pazifismus und Militanz?
  • Und wie können Menschen sich vorm ausbrennen schützen und ihrer Utopie schon auf dem Weg näher kommen?

Wir werden uns verschiedene Beispiele aus der Klimagerechtigkeitsbewegung, dem Kampf gegen Diskriminierung, sozialer Ungleichheit und Rechtsextremismus anschauen und wenn möglich auch ein Projekt vor Ort kennen lernen.

Veganismus – ein Leitbild für die Zukunft oder temporärer Lifestyle-Hype?

Wer?Moritz von Knebel
Wann?Donnerstags, 16:30 – 18 Uhr
Wo?BigBlueButton/HRZ Uni Marburg

 

Der Veganismus hat einen zweifelhaften Ruf. Fragt man die einen, so ist er ein Allheilmittel für sämtliche ökologischen, politischen und globalen Probleme der Welt, eine Allzweckwaffe, die ohne Zweifel funktionieren würde, wenn wir nur alle schlau genug wären, dies zu akzeptieren. Sich vegan zu ernähren, sei die einzig ethisch richtige Entscheidung, sie würde Leben und den Planeten retten und sei zudem die beste Schutzmaßnahme gegen jede Krankheit, die es auf der Erde nur gibt.

Fragt man die anderen, so ist der Veganismus ein Kult, eine Sekte, ein Bund von Extremisten, die sich selber für etwas Besseres halten. Menschen, die ihre eigenen Kinder durch Unterernährung gefährden, allen anderen aber den Untergang der Welt in die Schuhe schieben. Eine militante Minderheit, die anderen Menschen ihr gottgegebenes Recht auf die Freiheit wegnehmen wollen, das zu essen, was sie für richtig halten.

Jenseits dieser Polarisierung möchte ich mir mit euch dem Veganismus von der wissenschaftlichen Seite nähern. Was ist dran an den Mythen, Versprechungen, Drohungen? Sorgt Soja wirklich für Brüste bei Männern? Ist unser Fleischkonsum wirklich der Klimakiller Nummer 1? Sind wir als Menschen nicht dafür gemacht, Tiere zu essen? All diese Fragen möchte ich mit euch vor dem Hintergrund einer Vielzahl an Disziplinen (Ethik, Politik, Geographie, Medizin, ...) erörtern und etwas Licht in das pseudowissenschaftliche Dunkel bringen.

Dabei möchte ich von der Diversität und Vielfalt von euch als Teilnehmenden profitieren - wir kommen alle aus unterschiedlichen Disziplinen, was ein gemeinsames Lernen nur bereichern kann. Ich freue mich auf euch!

Ressourcenaktivierung in Zeiten von Covid-19

Wer?Stefanie Heydt
Wann?13. November, 27. November, 04. Dezember, 18. Dezember, 15. Januar, 22. Januar, 05. Februar, jeweils von 10 – 13:30 Uhr
Wo?auf BigBlueButton/HRZ Uni Marburg (Zugangscode: 448354)

 

Durch Ressourcenbewusstsein Hindernisse und Krisen erfolgreich meistern: In Zeiten von Krisen, persönlichen Hürden oder neuen Lebensumständen können wir Ressourcen nutzen, um Herausforderungen zu bewältigen. Ob die nächste Prüfung, ein Wechsel vom Studium zum Beruf ansteht oder ein Konflikt: Ressourcen helfen uns, mit Stress umzugehen und eine Balance im Leben zu halten.

Es gibt viele Arten von Ressourcen, z.B. Hobbies, Fertigkeiten oder soziale Kontakte. Sie stärken uns, führen zu mehr Lebensqualität und dienen der Problemlösung. Gerade in der aktuellen Lage von Covid-19, ist es uns nicht immer möglich unseren normalen Alltag zu leben und auf unsere herkömmlichen Ressourcen zurück zu greifen. Der Stresspegel vieler Menschen ist erhöht. Dennoch wird oftmals von uns abverlangt genauso leistungsfähig zu bleiben.

Um auf kleine oder große Liveevents gut vorbereitet zu sein, entdecken wir gemeinsam neue Ressourcen.

Das Tutorium wird mit vielen Selbsterfahrungsanteilen ein Bewusstsein für die eigenen Ressourcen schaffen. Auf der Entdeckungsreise nach neuen Ressourcen nehmen wir tiefere Einblicke in Themen der Psychologie wie Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung und Achtsamkeitsübungen nehmen. Neueste Kommunikations- und Konfliktbewältigungs-Skills (nach Ben Furman) werden erarbeitet und diskutiert. Weitere Ressourcenbereiche, die wir uns aneignen wollen, sind das Schlagfertigkeitstraining (nach Vera Birkenbihl), der Umgang mit Kritik sowie Stress- und Zeitmanagement-Skills (nach Andy Gibson).

In Diskussionsrunden wollen wir kritisch hinterfragen, ob in der aktuellen Pandemie genug Angebot geschaffen ist, um Ressourcen auszuüben. Am Ende des Tutoriums werdet ihr euer Repertoire an Ressourcen erweitert haben, um Herausforderungen erfolgreicher meistern zu können – Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Von Herodot zu 300 – Orientalismus zwischen Antike und Gegenwart

Wer?Phillip Höhre
Wann?Donnerstags, 16 – 18 Uhr
Wo?BigBlueButton/HRZ Uni Marburg

 

2006 kam, inmitten der durch militärische Invasionen im Irak und in Afghanistan gekennzeichneten Präsidentschaft George W. Bushs, in den USA der Film 300 in die Kinos. Zach Snyders Adaption eines Comics von Frank Miller stellte, in vager Anlehnung an den tatsächlichen Konflikt zwischen griechischen poleis und dem Achämenidischen Perserreich, heroische Spartaner dar, die sich einem tyrannischen, im Stile der Herr-der-Ringe-Trilogie als unmenschlich inszenierten Perserreich entgegenstellten. Dass die Griechen gut und die Perser böse sind erfordert innerhalb des Films wenig bis keine vorausgehende Erläuterung; obwohl die pseudofaschistische Ikonographie der Spartaner deutlich ist, wird davon ausgegangen, dass sie die Heroen sind, mit denen Zuschauer*innen sympathisieren. Doch warum fällt das mediale Übertragen moderner Feindseligkeiten auf einen 2500 Jahre zurückliegenden Konflikt so leicht?

In dem autonomen Tutorium "Von Herodot zu 300 - Orientalismus zwischen Antike und Gegenwart" sollen die Anfänge der modernen Feindbilder, die mit dem Nahen und Mittleren Osten assoziiert werden, zurückverfolgt werden. In jeder Sitzung soll zunächst eine antike, mittelalterliche oder moderne Quelle, von Herodot bis hin zum Phantom der Oper, analysiert werden und in Relation mit einem Beispiel moderner Popkultur, die die in der Vergangenheit geschaffenen Gegenbilder aufgreift, gesetzt werden. Hierbei sollen grundlegende Werke der Orientalismus.-Kritik wie Edward Saïds Orientalism oder Wael Hallaqs neueres Restarting Orientalism in den ersten Sitzungen als Einführung dienen. Ziel ist, einen Eindruck über orientalische Topoi zu gewinnen, deren Grundlagen zu verstehen, und deren fortlaufende Verwendung in der Moderne zu kritisieren.

Wohlbefinden, Self-Care, Resilienz – Gesellschaftskritische Perspektiven auf populäre psychologische Konzepte

Wer?M.G.
Wann?Donnerstags, 14-täglich, 16:30 – 19:30 Uhr
Wo?BigBlueButton/HRZ Uni Marburg (Zugangscode: 005082)

 

Die Beziehung zwischen Psychologie, Gesellschaftswissenschaften und Gesellschaftskritik ist komplex. "Buzzwörter" wie Resilienz, Self-Care und Wohlbefinden werden in Fortbildungs- und Selbsterfahrungsworkshops,Selbsthilfeliteratur, Zeitschriften, Business-Ratgebern und Wellnessindustrie immer präsenter. Oft wird vermittelt, dass diesDinge sind, die wir lernen, tun oder haben sollten. Viele der damit verbundenen Ratschläge für mehr Glück, Resilienz,Zufriedenheit und Wohlbefinden richten sich an Einzelne. Manchmal klingen sie so, als ob wir uns für ein besseres Leben nur alle genug anstrengen und verändern müssen. Diese Logik kann Druck aufbauen, die Verantwortung für Veränderungauf Einzelpersonen legen und von diesen eine bessere Anpassung an Gegebenheiten zu fordern. Die Rolle von sozialen Strukturen, Dynamiken und Schieflagen und Forderungen nach sozialen Veränderungen werdendadurch weniger sichtbar. Trotz Kritik an Interpretationen von psychologischen Diskursen um Wohlbefinden kann sich eingenauerer Blick auf diese Schlüsselbegriffe lohnen. Was kann hinter diesen Konzepten stecken? Wie kann eine Praxis, diesich beispielsweise mit Wohlbefinden auseinandersetzt, aussehen? Oder besteht ein unvereinbarer Widerspruch zwischeneiner psychologischen Perspektive auf Wohlbefinden und Resilienz, die an Einzelnen ansetzt und Kritik angesellschaftlichen Strukturen? Wir können Material aus Forschung, Debatten und praktischen Ansätzen anschauen und dasTutorium als Raum für Auseinandersetzungen mit diesen und verwandten Fragen an Schnittstellen von psychologischenund gesellschaftspolitischen Debatten nutzen.

Wichtiger Hinweis, obwohl es um Themen wie Resilienz und Wohlbefinden aus dem Fachbereich Psychologie geht: Das Tutorium ist kein Selbsthilfeseminar, praktischer Workshop, praktische Stressprävention oder Resilienztraining. Es ist auch nicht als Ersatz dafür geeignet! Ziel des Tutoriums ist die Diskussion zu dem Thema und eine Auseinandersetzung mit Strukturen, die mit dem Thema verbunden sind".

Kurzfassung englischsprachig:

Concepts associated with psychology, such as resilience, well-being and self-care are being discussed more and more, but what is actually behind them? This tutorial is accessible in English and German and will look at these terms practically and theoretically while taking the impact of social structures into account. It is not a resilience training or a self-help workshop!

Ausschreibungstext (englischsprachig):

The relationship between psychological and social sciences, structural critique and debates is complex. This workshop will focus on popular buzzwords connected to psychological concepts: Words like "resilience", "self-care" or "well-being" come up more and more in media, self-help literature, workshop descriptions, wellness industry and business advice. We learn that these are things we should have, do or strive for. Much of the instructions and advice on how to be happier, more resilient, do better self care address the individual, sometimes implying that it is only on us to try hard enough and change well enough in order to feel good. This can lead to a lot of pressure on the individual, putting all the responsibility to change on them. This plays into neoliberal individualist ideologies, while the role of social structures, dynamics and imbalances and demands for social change become less visible. Still, despite valid criticism on directions, receptions and interpretations of psychological well-being research and related discourses, a closer look at these "buzzwords" is worth wile: What can these concepts mean, what are different interpretations and research results, what can practical work considering well-being look like? Is it possible to avoid the pitfalls of neoliberal individualism or is there an irreconcilable contradiction between a focus on individual psychology of well-being or a critical structural perspective? This workshop will start with more questions than answers. It will create space to critically discuss these questions by looking at material ranging from research to debates, practical material and self help literature.

Important note: Even though this workshop touches upon topics like resilience and well-being, related to psychological research: This tutorial is not a self-help seminar, a practical workshop, practical stress prevention or resilience training. It is not an appropriate substitute for it either! The aim of the tutorial is a discussion about the topic and about the structures related to the topic.

Memes und Weltpolitik

Wer?Nick Nestler
Wann?Mittwochs, 16 – 18 Uhr
erste Sitzung: 18.11.'20 (auch späterer Einstieg noch möglich!)
Wo?BigBlueButton/HRZ Uni Marburg (Zugangscode: 709777)
Anmeldung:über ILIAS

 

Dass Memes längst kein Nischenphänomen mehr sind, wurde spätestens deutlich, als USPräsident Trump den Bau der Mauer an der Grenze zu Mexiko oder Sanktionen gegen den Iran via Meme über seine Social-Media-Kanäle ankündigte. Spätestens seit 2015 nutzen auch rechtsextreme Gruppierungen weltweit das Medium zu ihren Zwecken und betreiben einen sogenannten "Meme-Krieg" um ihre politischen Botschaften online in bunt verpackten Bildern zu verbreiten. "Ein Gegner der lacht, ist schon halb auf unserer Seite" ist dabei ihre Devise.

Im Tutorium werden wir diese und viele weitere Memes ("Pepe the Frog", "Corona- Memes" etc.) wissenschaftlich und interdisziplinär analysieren und herausfinden, was sie über den gegenwärtigen globalen Rechtsextremismus, die Digitalisierung und neue Wege politischer Kommunikation aussagen. Wir ergründen dabei bislang unerforschtes Material aus den Abgründen des Internets und analysieren Imageboards, Social-Media-Kanäle und einschlägige Gruppen bekannter Messengerdienste. Die wissenschaftliche Analyse von Memes profitiert dabei ganz besonders von einem interdisziplinären Zugang und umfasst unter anderem Aspekte aus den Bereichen Bildwissenschaft, Politikwissenschaft, Kommunikations- und Medienwissenschaft, Sozialpsychologie, Sprachwissenschaft sowie Informatik. Wir haben außerdem die Möglichkeit uns selbst in der Erstellung von Memes im Dienste der Wissenschaft auszuprobieren und herauszufinden, ob Memes auch aufklärerischen Zwecken dienen können. Das Tutorium soll einen Einblick in das bislang wenig erforschte Medium bieten und richtet sich explizit an alle interessierten Studierenden mit oder ohne Vorwissen.

momentane und zukünftige Bedeutung der kulturpolitisch-spirituellen Philosophie Schwarzafrikas

Wer?Marvin Sorg
Wann?Mittwochs, 16 – 18 Uhr
Wo?BigBlueButto/HRZ Uni Marburg (Zugangscode: 619862 [korrigiert am 24.11.20])

 

Im modernen Weltsystem (I. Wallerstein) bzw. dem Weltsystem der letzten paar Jahrhunderte wurde Schwarzafrika nicht nur auf wirtschaftlicher, politischer und militärischer-, sondern eben auch auf der philosophisch-intellektuellen Ebene marginalisiert. An vielen westlichen Hochschulen wird die kultur-politische und spirituelle Philosophie Schwarzafrikas (wenn überhaupt) nur am Rande zur Kenntnis genommen. Gelegentlich wird dem Schwarzen Afrika (aus einer rassistisch-eurozentrischen Perspektive heraus argumentierend) gar jegliche Philosophie abgesprochen, was ebenso verwunderlich, wie fachlich unangemessen ist. Schon das Alte Kemet (so der originale Name des sogenannten Ägypten, der in etwa so viel wie "Land der Schwarzen Menschen" bedeutet) prägte Staatstheorie, Philosophie, Religion, Kunst und Kultur außerhalb des Kontinents maßgeblich. Der senegalesische "Ägyptologe" und Sprachwissenschaftler Cheikh Anta Diop sprach in diesem Zusammenhang von der "African origin of civilisation". Aber auch während den letzten Jahrhunderten und insbesondere während den letzten Jahrzehnten, hat die politische Philosophie Schwarzafrikas und ihrer Diaspora, einige innovative Konzepte entwickelt, um den Herausforderungen des gegenwärtigen Zeitalters zu begegnen. Das Tutorium unternimmt den Versuch, umfassend in das Schwarzafrikanische Denken einzuführen und verfährt hierbei chronologisch.

Viva la Resistance! Can we be happier and save the planet?

Wer?Alex Elliott
Wann?Freitags, 10 – 12 Uhr
Wo?BigBlueButton/HRZ Uni Marburg

 

Would you like to be happier? Would you like to save the world as well? We increasingly hear how we need to make "sacrifices" to rescue our planet from the climate crisis. But is less consumption really a "sacrifice"? Or is it a blessing in disguise?

We often say to ourselves or our children: "I don't like going to work, but we've got to do it" and "no-one likes getting up early, but we have to do it". We hear these expressions so often that we rarely question them. We produce more now than in the whole of history, without thought for the endless waste - remember "Garbage Island"? Must people really slave away in sweatshops until 10 o'clock at night just so we can throw away our clothes after only a few wears? Perhaps we could work less, sleep more (most people do not sleep enough and it's slowly killing us) and have more energy to work on ourselves?

If we had more time to engage in our communities, learn foreign languages, spend time with our loved ones and unleash our creativity we never knew we had - how would the world look? Most people are far too exhausted after work to consider such activities. The average American spends 4 hours a day watching TV, and who can blame them? How much potential is being lost through this exhaustion? What about our happiness and our health?

These tutorials will give an interdisciplinary overview of what it means to be happy - from science and environmental economics to the Philosophy and politics of well-being. These include "Doughnut Economics", "Sam Vimes' Theory of Economic Injustice" (Terry Pratchett) and the world's first hippies, as well as the influential Philosopher Marcuse from the Frankfurt School who was instrumental in the anti-Vietnam War movement and much more. So join us in these interactive tutorials where we, the young generation, will theorise innovative solutions to the world's biggest problems and how we can build both happier and planet-saving societies.

We look forward to meeting you and hearing your ideas! Viva la Resistance!

die autonomen Tutorien im Allgemeinen

in aller Kürze

Die Philipps-Universität Marburg hat eine Vielzahl von Studiengängen, die über mehrere  Standorte verteilt sind, daher gibt es leider kaum Räume, in denen bspw. Student*innen der Naturwissenschaften und Gesellschaftswissenschaften aufeinander treffen und gemeinsam und interdisziplinär Themen erkunden können. Autonome Tutorien stellen ein fachbereichsübergreifendes selbstverwaltetes Lehr- und Lernangebot von Student*innen an Student*innen dar. In den vier Autonomen Tutorien bekommst Du in ungezwungener Atmosphäre zu erkunden. Dieses Format bietet die Möglichkeit wissenschaftliche Themen kritisch aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten, ohne an inneruniversitäre Bologna-Zwänge gebunden zu sein. 

Die Gestaltung der Tutorien liegt ganz in den Händen der Tutor*innen. Die Tutor*in eines Autonomen Tutoriums hat hauptsächlich die Aufgabe, den Ablauf des Tutoriums zu strukturieren und den Gruppenprozess zu organisieren. Die Autonomen Tutorien leben jedoch vor allem von den Beiträgen und der Mitarbeit der Teilnehmer*innen. Daher besteht keine Anwesenheitspflicht und es werden auch keine Prüfungen oder Ähnliches abgenommen. Das bedeutet auch, dass keine ECTS-Punkte vergeben werden können. Die Autonomen Tutorien können in der Regel nicht auf Module in Studiengängen verrechnet werden. Auf Anfrage können jedoch Teilnahmebescheinigungen ausgestellt werden. 

Die Autonomen Tutorien starten dieses Semster am 04.05.2020.

Die Autonomen Tutorien werden vom Allgemeinen Student*innenausschuss der Philipps-Universität Marburg (AStA Marburg) angeboten und durch zentrale QSL-Mittel finanziert. Ausgesucht wurden die Tutor*innen durch Personen, die aus der Fachschaftenkonferenz (FSK) und dem Student*innenparlament (StuPa) gewählt sind und die den Ausschuss für Autonome Tutorien bilden.

Bei Fragen wende dich gerne per E-Mail an die Ansprechpersonen für Autonome Tutorien oder schaue in der entsprechenden Sprechstunde vorbei (siehe Sprechzeiten). 

Ansprechpersonen für Autonome Tutorien:

Die aktuellen Sprechzeiten des Allgemeinen AStA-Vorstandes findest du hier: https://www.asta-marburg.de/referate/vorstand/

Die Auswahlgespräche

Die Bewerber*innen, die die Auswahlkriterien erfüllen, werden zu einem ca. 30 minütigen Auswahlgespräch vor dem Ausschuss für Autonome Tutorien eingeladen. Im Auswahlgespräch haben die Bewerber*innen 10-15 min. Zeit ihre Fragestellung und die Ideen für das Autonome Tutorium vorzustellen. Anschließend hat der Ausschuss 10-15 min., um Fragen an die Bewerber*innen stellen. Die Auswahlgespräche finden in der Regel in den beiden Wochen nach Ausschreibungsfrist statt.

In den Auswahlgesprächen bekommen die Bewerber*innen die Möglichkeit ihre Themen dem Ausschuss ausführlicher vorzustellen und Fragen aus dem Bewerbungsschreiben zu beantworten, damit die Vertreter*innen der Verfassten Student*innenschaft sich ein Bild von der Bewerber*in und von dem vorgeschlagenen Thema zu machen. Es ist daher wichtig, dass die selbstformulierte Fragestellung die Auswahlkriterien erfüllt.

Hier ein paar Hinweise darauf, was Ihr bei der Vorstellung beachten solltet und welche Fragen möglicherweise auf Euch zukommen können. In der Vorstellung des Themas sollte die Schwerpunktsetzung des Tutoriums deutlich werden. Es können auftauchende Unterthemen, Debatten und Fragestellungen oder auch ein ungefähren Ablaufplan vorgestellt werden. Es ist weniger wichtig, ein*e Expert*in in dem Thema zu sein, als die Bereitschaft zur selbstständigen Informationsaneignung zu zeigen und Bezüge auf wissenschaftliche Literatur oder Autor*innen herzustellen. Erwähnenswert dabei ist sicherlich auch, woher das Interesse für das ausgewählte Thema herkommt und welche Erkenntnisse sich vom gemeinsamen Lernen erhofft werden. Das Tutorium sollte eine interdisziplinäre Thematik und/oder innovatives Lehrkonzept verfolgen. Das Tutorium sollte einen kritischen Blick auf ihre jeweiligen Lehr- und Forschungsdisziplinen werfen und/oder den gesellschaftlichen Kontext der Wissenschaften kritisch reflektieren. Wie willst du diese beiden Kriterien erfüllen? Das Tutorium muss fachbereichsübergreifend sein und sollte für Studierende aus allen Fachbereichen ansprechend konzipiert und organisiert sein. Daher ist es interessant zu erfahren, wie Du möglichst viele Teilnehmer*innen mit unterschiedlichen Voraussetzungen und aus unterschiedlichen Fachdisziplinen integrieren willst.m

Keine Angst, die Auswahlgespräche sind absichtlich nicht als Verhör, sondern als Gespräche konzipiert! Es geht um den gemeinsamen Austausch. Das Gespräch wird moderiert und es wird auf die Zeit geachtet werden. Nach dem alle Gespräche stattgefunden haben, wird euch das Ergebnis der Auswahl per E-Mail mitgeteilt werden.

Aufgabe als Tutor*in

Die ausgewählten Autonomen Tutorien finden während der Vorlesungszeit (in der Regel) jede Woche 90 Minuten statt, um ein spannendes Thema im Kreis von Kommiliton*innen in ungezwungener Atmosphäre zu erkunden. Die Autonomen Tutorien sind grundsätzlich nicht an universitäre Lehrveranstaltungen gebunden, d.h. die Tutor*innen vergeben auch keine Noten auf Grundlage von ECTS-Punkten!

Einer Tutor*in eines Autonomen Tutoriums hat hauptsächlich die Aufgabe, den Ablauf des Tutoriums zu strukturieren und den Gruppenprozess zu organisieren. Die Koordinator*in für Autonome Tutorien steht für organisatorische Fragen und zur Unterstützung zur Verfügung. Die gemeinsame Auserarbeitung der Sitzungsgestaltung kann zusammen mit der Koordinationsstelle erstellt werden.

Der AStA Marburg stellt für die Durchführung der Autonomen Tutorien Beamer, Moderationskoffer und weitere Materialien auf Anfrage zur Verfügung.

Dieses Semester nutzen wir die kostenlosen Plattformen BigBlueButton und Ilias.

Entstehungsgeschichte der autonomen Tutorien

Am 17.10.2017 bewilligte die Zentrale Kommission über die Verwendung der zentralen Mittel zur Qualitätssicherung von Studium und Lehre (Zentrale QSL-Kommission) auf Antrag des AStA Vorstandes Gelder für die Organisation und Durchführung von vier Autonomen Tutorien im Sommersemester 2018. 

Mittel zur Qualitätssicherung von Studium und Lehre: Seit der Abschaffung der Studiengebühren in Hessen steht den Universitäten eine Zusatzfinanzierung durch das Land zu, die die Gebühren ersetzen soll. Diese Gelder dienen nicht der Finanzierung grundständiger Lehre, sollen zur Verbesserung bzw. Erweiterung des angebotenen Lehrangebots genutzt werden. Diese Verbesserung kann materieller (z.B. Kursausstattung, ausleihbare Bücher) oder personeller (z.B. zusätzliche Kursbetreuer) Art sein. Jeder Fachbereich hat eine QSL-Kommission und es gibt noch die Zentrale QSL-Mittel Kommission. Die Kommission entscheidet auf Antrag über die Verwendung der verfügbaren Gelder. Dabei haben die Studierenden erhebliches Mitspracherecht. Denn dies ist das einzige Gremium der Uni, das paritätisch besetzt ist, in dem also 6 Studentische Vertreter*innen und 6 Vertreter*innen aus anderen Statusgruppen Mitglieder sind. Jedes Organ der Uni kann Anträge stellen, eingeschlossen sind dabei die Fachschaftsräte und der AStA Marburg.

Kontakt

Bei Fragen zu den autonomen Tutorien kannst Du dich gerne bei uns melden

E-Mail: auton-tutorien-koord@asta-marburg.de

Koordinatorin: Dorothea Orth

Sprechstunden finden bis Ende Mai 2020 nicht statt.