die autonomen Tutorien im Allgemeinen

in aller Kürze

Die Philipps-Universität Marburg hat eine Vielzahl von Studiengängen, die über mehrere  Standorte verteilt sind, daher gibt es leider kaum Räume, in denen bspw. Student*innen der Naturwissenschaften und Gesellschaftswissenschaften aufeinander treffen und gemeinsam und interdisziplinär Themen erkunden können. Autonome Tutorien stellen ein fachbereichsübergreifendes selbstverwaltetes Lehr- und Lernangebot von Student*innen an Student*innen dar. In den vier Autonomen Tutorien bekommst Du in ungezwungener Atmosphäre zu erkunden. Dieses Format bietet die Möglichkeit wissenschaftliche Themen kritisch aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten, ohne an inneruniversitäre Bologna-Zwänge gebunden zu sein. 

Die Gestaltung der Tutorien liegt ganz in den Händen der Tutor*innen. Die Tutor*in eines Autonomen Tutoriums hat hauptsächlich die Aufgabe, den Ablauf des Tutoriums zu strukturieren und den Gruppenprozess zu organisieren. Die Autonomen Tutorien leben jedoch vor allem von den Beiträgen und der Mitarbeit der Teilnehmer*innen. Daher besteht keine Anwesenheitspflicht und es werden auch keine Prüfungen oder Ähnliches abgenommen. Das bedeutet auch, dass keine ECTS-Punkte vergeben werden können. Die Autonomen Tutorien können in der Regel nicht auf Module in Studiengängen verrechnet werden. Auf Anfrage können jedoch Teilnahmebescheinigungen ausgestellt werden. 

Die Autonomen Tutorien starten dieses Semster am 04.05.2020.

Die Autonomen Tutorien werden vom Allgemeinen Student*innenausschuss der Philipps-Universität Marburg (AStA Marburg) angeboten und durch zentrale QSL-Mittel finanziert. Ausgesucht wurden die Tutor*innen durch Personen, die aus der Fachschaftenkonferenz (FSK) und dem Student*innenparlament (StuPa) gewählt sind und die den Ausschuss für Autonome Tutorien bilden.

Bei Fragen wende dich gerne per E-Mail an die Ansprechpersonen für Autonome Tutorien oder schaue in der entsprechenden Sprechstunde vorbei (siehe Sprechzeiten). 

Ansprechpersonen für Autonome Tutorien:

Die aktuellen Sprechzeiten des Allgemeinen AStA-Vorstandes findest du hier: https://www.asta-marburg.de/referate/vorstand/

Die Auswahlgespräche

Die Bewerber*innen, die die Auswahlkriterien erfüllen, werden zu einem ca. 30 minütigen Auswahlgespräch vor dem Ausschuss für Autonome Tutorien eingeladen. Im Auswahlgespräch haben die Bewerber*innen 10-15 min. Zeit ihre Fragestellung und die Ideen für das Autonome Tutorium vorzustellen. Anschließend hat der Ausschuss 10-15 min., um Fragen an die Bewerber*innen stellen. Die Auswahlgespräche finden in der Regel in den beiden Wochen nach Ausschreibungsfrist statt.

In den Auswahlgesprächen bekommen die Bewerber*innen die Möglichkeit ihre Themen dem Ausschuss ausführlicher vorzustellen und Fragen aus dem Bewerbungsschreiben zu beantworten, damit die Vertreter*innen der Verfassten Student*innenschaft sich ein Bild von der Bewerber*in und von dem vorgeschlagenen Thema zu machen. Es ist daher wichtig, dass die selbstformulierte Fragestellung die Auswahlkriterien erfüllt.

Hier ein paar Hinweise darauf, was Ihr bei der Vorstellung beachten solltet und welche Fragen möglicherweise auf Euch zukommen können. In der Vorstellung des Themas sollte die Schwerpunktsetzung des Tutoriums deutlich werden. Es können auftauchende Unterthemen, Debatten und Fragestellungen oder auch ein ungefähren Ablaufplan vorgestellt werden. Es ist weniger wichtig, ein*e Expert*in in dem Thema zu sein, als die Bereitschaft zur selbstständigen Informationsaneignung zu zeigen und Bezüge auf wissenschaftliche Literatur oder Autor*innen herzustellen. Erwähnenswert dabei ist sicherlich auch, woher das Interesse für das ausgewählte Thema herkommt und welche Erkenntnisse sich vom gemeinsamen Lernen erhofft werden. Das Tutorium sollte eine interdisziplinäre Thematik und/oder innovatives Lehrkonzept verfolgen. Das Tutorium sollte einen kritischen Blick auf ihre jeweiligen Lehr- und Forschungsdisziplinen werfen und/oder den gesellschaftlichen Kontext der Wissenschaften kritisch reflektieren. Wie willst du diese beiden Kriterien erfüllen? Das Tutorium muss fachbereichsübergreifend sein und sollte für Studierende aus allen Fachbereichen ansprechend konzipiert und organisiert sein. Daher ist es interessant zu erfahren, wie Du möglichst viele Teilnehmer*innen mit unterschiedlichen Voraussetzungen und aus unterschiedlichen Fachdisziplinen integrieren willst.m

Keine Angst, die Auswahlgespräche sind absichtlich nicht als Verhör, sondern als Gespräche konzipiert! Es geht um den gemeinsamen Austausch. Das Gespräch wird moderiert und es wird auf die Zeit geachtet werden. Nach dem alle Gespräche stattgefunden haben, wird euch das Ergebnis der Auswahl per E-Mail mitgeteilt werden.

Aufgabe als Tutor*in

Die ausgewählten Autonomen Tutorien finden während der Vorlesungszeit (in der Regel) jede Woche 90 Minuten statt, um ein spannendes Thema im Kreis von Kommiliton*innen in ungezwungener Atmosphäre zu erkunden. Die Autonomen Tutorien sind grundsätzlich nicht an universitäre Lehrveranstaltungen gebunden, d.h. die Tutor*innen vergeben auch keine Noten auf Grundlage von ECTS-Punkten!

Einer Tutor*in eines Autonomen Tutoriums hat hauptsächlich die Aufgabe, den Ablauf des Tutoriums zu strukturieren und den Gruppenprozess zu organisieren. Die Koordinator*in für Autonome Tutorien steht für organisatorische Fragen und zur Unterstützung zur Verfügung. Die gemeinsame Auserarbeitung der Sitzungsgestaltung kann zusammen mit der Koordinationsstelle erstellt werden.

Der AStA Marburg stellt für die Durchführung der Autonomen Tutorien Beamer, Moderationskoffer und weitere Materialien auf Anfrage zur Verfügung.

Dieses Semester nutzen wir die kostenlosen Plattformen BigBlueButton und Ilias.

Entstehungsgeschichte der autonomen Tutorien

Am 17.10.2017 bewilligte die Zentrale Kommission über die Verwendung der zentralen Mittel zur Qualitätssicherung von Studium und Lehre (Zentrale QSL-Kommission) auf Antrag des AStA Vorstandes Gelder für die Organisation und Durchführung von vier Autonomen Tutorien im Sommersemester 2018. 

Mittel zur Qualitätssicherung von Studium und Lehre: Seit der Abschaffung der Studiengebühren in Hessen steht den Universitäten eine Zusatzfinanzierung durch das Land zu, die die Gebühren ersetzen soll. Diese Gelder dienen nicht der Finanzierung grundständiger Lehre, sollen zur Verbesserung bzw. Erweiterung des angebotenen Lehrangebots genutzt werden. Diese Verbesserung kann materieller (z.B. Kursausstattung, ausleihbare Bücher) oder personeller (z.B. zusätzliche Kursbetreuer) Art sein. Jeder Fachbereich hat eine QSL-Kommission und es gibt noch die Zentrale QSL-Mittel Kommission. Die Kommission entscheidet auf Antrag über die Verwendung der verfügbaren Gelder. Dabei haben die Studierenden erhebliches Mitspracherecht. Denn dies ist das einzige Gremium der Uni, das paritätisch besetzt ist, in dem also 6 Studentische Vertreter*innen und 6 Vertreter*innen aus anderen Statusgruppen Mitglieder sind. Jedes Organ der Uni kann Anträge stellen, eingeschlossen sind dabei die Fachschaftsräte und der AStA Marburg.

Kontakt

Bei Fragen zu den autonomen Tutorien kannst Du dich gerne bei uns melden

E-Mail: auton-tutorien-koord@asta-marburg.de

Koordinatorin: Dorothea Orth

Sprechstunden finden bis Ende Mai 2020 nicht statt.

 

autonome Tutorien der Studierendenschaft Winter 21/22

Alle Tutorien starten in der dritten Semesterwoche. Die erste Sitzung wird bei allen online sein - ob die Tutorien über das Semester in Präsenz oder online stattfinden, entscheiden die Tutor*innen mit ihren Teilnehmer*innen gemeinsam.

Wie zu starke Traditionalität im Jahr 2021 moderne, junge Europäer*innen aus dem Balkan beeinflusst und wie das Leben in der Erwartungsmatrix ist: Selbstbewusst sexuelle Selbstbestimmung leben

In meinem Tutorium: „Wie zu starke Traditionalität im Jahr 2021 moderne, junge Europäer*innen aus dem Balkan beeinflusst und wie das Leben in der Erwartungsmatrix ist. Selbstbewusst sexuelle Selbstbestimmung leben“ werde ich Veröffentlichungen zur Vergangenheitsbewältigung, Erfahrungen und Fallstudien/Berichte teilen, diskutieren und kritisch hinterleuchten, speziell aus der Schweiz, in der besonders viele Kosovo-Albanerinnen und -Albaner leben. Anschließend möchte ich interaktiv miteinander diskutieren, so dass jede

Teilnehmerin und jeder Teilnehmer sich in das Themengebiet einfinden kann. Die ersten Veranstaltungen geht es um Vergangenes, wie sich die starke Traditionalität bilden konnte. Anschließend geht es mehrere Veranstaltungen lang darum, die Vergangenheit in die Moderne einzuordnen und gemeinsam in der Gruppe die daraus resultierenden Probleme zu erkennen. Besonderen Fokus lege ich auf die sexuelle Selbstbestimmung im Kosovo. Dann stelle ich Mechanismen vor, die wir als Betroffene entwickelt haben und bringe Ansätze

ein, wie wir unseren Eltern und Verwandten helfen können, die Vergangenheit zu verarbeiten und in der Gegenwart anzukommen. Zum Schluss meiner Veranstaltung möchte ich ein versöhnliches Ergebnis erzielen, aus welchem im Optimalfall heraus die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für uns Betroffene und auch für die älteren Generationen sensibilisiert sind und, das wäre mein Wunsch, als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Offenheit, Toleranz und

Wertschätzung in die Welt hinaus gehen.

 

Tutor: Petit

Zeit:

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E-Mail-Adresse:

 

Neues aus der Marburger Schule – Marx an die Uni!

Bildung, Wissenschaft und Kultur sind systemrelevant und systemänderungsrelevant: Der Kampf um die Bildung mündiger Persönlichkeiten ist der Kampf um das Begreifen der eigenen kollektiven, geschichtlichen Handlungsfähigkeit entgegen Vereinzelung und Passivierung. Kritische Wissenschaft und emanzipatorische Bildung können durch Aufklärung und Lösungserarbeitung, durch Solidarität und Geschichtsbewusstsein zum tiefgreifenden Systemwechsel erheblich beitragen. Dabei wird das Tutorium aus zwei größeren Blöcken bestehen. Der erste Themenblock behandelt die Marburger Schule auf ihre Aktualität, wo Erkenntnisse für aktuelle Konflikte gewonnen werden sollen. Der zweite Themenblock behandelt Konflikte im Universitätsspektrum sowohl innerhalb der Uni und gesellschaftlich wirkmächtig aus der Uni.

 

Tutor: Yusuf

Zeit:

Link:

E-Mail-Adresse: karaasly(at)students.uni-marburg.de

 

Nur ein Spielball des Westens. Eine Zusammenfassung der unmenschlichen Afghanistan-Politik des Westens und ein Ausblick, was uns nun erwartet (Das Tutorium findet in Englisch statt)

Die Ereignisse rund um die tragischen Fluchtversuche auf dem Flughafen in Kabul haben uns alle tief berührt. Es tut immer weh, wenn man Menschen sterben, flüchten und leiden sieht. Aber diese Verzweiflung, sich an ein startendes Flugzeug zu klammern, bloß um der Herrschaft der Taliban zu entkommen, hat etwas nie dagewesen Erschütterndes. In meinem Tutorium werde ich auf die jüngsten Ereignisse in Afghanistan schauen und schonungslos aufarbeiten und aufzeigen, was passiert ist, geopolitische Fehler ansprechen und Schuldige benennen. Es ist nämlich eine Fehlerkette ungeheuren Ausmaßes, die nicht erst in diesem Jahrtausend begonnen hatte. Afghanistan ist und war schon lange zuvor Spielball des Westens, oder auch des Ostens, wenn man die russische Besatzungszeit hinzuzählt. Heute ist es noch unübersichtlicher geworden, darum werde ich, nachdem die aktuelle Lage aufgezeigt worden ist, einen Blick in die Vergangenheit werfen. So werde ich aufzeigen, wie die Probleme entstanden und wie es heute ist. Eine Reihe von Fehlern, die heute dazu geführt haben, dass 40 Millionen Afghaninnen und Afghanen in den Händen von radikalen Taliban sind und deren Alltagsleben brutal bestimmt. Barbarisch, diktatorisch, drakonisch.

 

Tutor: Mohammed

Zeit:

Link:

E-Mail-Adresse:

 

Wie ich strukturellem und alltäglichem Rassismus als BIPoC selbstbewusst begegne und entgegentrete

BIPoC ist die Abkürzung von Black, Indigenous und People of Color. „All diese Begriffe sind politische Selbstbezeichnungen. Das bedeutet, sie sind aus einem Widerstand entstanden und stehen bis heute für die Kämpfe gegen diese Unterdrückungen und für mehr Gleichberechtigung.www.migrationsrat.de/glossar/bipoc/

All BIPoC-Betroffener erfährt man Rassismus, strukturell und alltäglich. Das ist Fakt. Der weißen Mehrheitsgesellschaft sind die hohe Zahl an rassistischen Beleidigungen, denen man als BIPoC ausgesetzt ist, überhaupt nicht bewusst. An dieser Stelle fehlt oftmals die Aufklärung, aber auch die gewollte Wahrnehmung, der Wille dazu, aufmerksam seinen Mitmenschen gegenüber, die womöglich der nicht eigenen Bubble entstammen, zu sein.

Viele BIPoC-Betroffenen geben sich selbst die Schuld, ob es nun der nicht bekommene Minijob oder die nicht erhaltene WG-Bude, trotz eines super Castings oder einfach der abschätzende Blick auf offener Straße ist. Es wird an sich gezweifelt, sein eigenen Tun und Handeln hinterfragt, reflektiert, angepasst... doch Stopp! Denn Du bist nicht das Problem. Das Problem liegt in unserer Gesellschaft. In Strukturen, die eben Rassismus immer wie aufs Neue hervorrufen und reproduzieren. Du bist toll, genauso wie Du bist! In meinem Tutorium möchte ich über Erfahrungen sprechen, die durchlebt worden sind und gemeinsam Wege aufzeigen, mit welchen die Ereignisse verarbeitet sind. Denn es gibt viele Tricks und Tipps so wie wichtige Erfahrungsberichte, die Dir helfen werden, Deine erlebten Ereignisse gesund zu verarbeiten.

Hier stelle ich dir auch das Wissen bereit, wie Rassismus überhaupt strukturell Fuß fassen konnte (und

dies auch weiterhin tut) und das Alltagsrassismus nichts mit Dir als Individuum zu tun hat – sondern

ein GESAMTgesellschaftliches Problem ist, dass wir GEMEINSAM lösen müssen.

 

 

Tutor: Joel

Zeit: zweiwöchig dienstags ab 14 Uhr

Link: https://webconf.hrz.uni-marburg.de/d/joe-ndq-su7-p6l

E-Mail-Adresse:

 

Von der Welt, wie sie ist, zu einer guten Welt für alle: Kreatives Schreiben als Raum in Bewegung

Corona, Klimakrise, rechter Terror, … niemand von uns lebt frei von grundlegend erschütternden Entwicklungen und Ereignissen. Viele von uns erleben auch ohne diese Krisenereignisse täglich Einschränkungen und (existenzielle) Unsicherheit.

Aber wo finden wir Raum, damit umzugehen? Und wo finden wir Raum, uns darauf zu besinnen und auszumalen, dass eine andere Welt möglich ist und wie sie sein soll?

Kreatives Schreiben kann ein solcher Raum sein – für das, was uns bewegt und wofür sonst kein Platz vorgesehen ist. Zum Verarbeiten und Betrauern, zum Mut schöpfen und sich inspirieren lassen. Ein Raum, in dem wir so viel Platz in Anspruch nehmen, wie wir brauchen und Lust haben. Wir können darin Gefühle, Erfahrungen und Ideen sortieren, neu zusammensetzen und erkunden, was passiert.

Das Ergebnis wird kein Programm und keine allgemeingültige Antwort sein. Aber das Schreiben kann stärken, Spaß machen, erleichtern; auch traurig oder wütend machen, doch auch dafür schafft es Platz. Ihr braucht dafür keine fertigen Ideen oder utopischen Gesellschaftsentwürfe – mit einfachen Methoden und kleinen Aufgaben nähern wir uns immer einem Thema oder Stichwort und basteln uns dann Texte, von denen wir vorher noch nicht wussten, dass wir sie schreiben würden. Wir fragen uns z.B.:

·       In welchen Momenten haben wir erlebt, dass eine andere Welt möglich ist?

·       In welchen Momenten haben wir ein solidarisches Miteinander gefühlt?

·       In welchen Momenten – von Widerstand oder von Durchatmen – konnten wir so sein, wie wir sind, so leben wie wir wollen?

 

Vielleicht finden wir sie in Erinnerungen, in Geschichte(n), in Widerstandbewegungen, in Universen geliebter Bücher oder Serien. Oder sie entstehen ganz neu, wenn wir darüber schreiben.

 

 

Tutorin: Laura

Zeit: wöchentlich mittwochs 10-12 Uhr 

Link: https://webconf.hrz.uni-marburg.de/c/lau-j8i-md4-xjs

E-Mail-Adresse: Stumpp(at)students.uni-marburg.de

 

Propaganda 2.0: Neue rechtsextreme Verschwörungsmythen und antidemokratische Kulturkämpfe im digitalen Raum

Rechtsextreme Verschwörungsmythen, „Fake News“ und Hate Speech sind nur ein Teil einer ganzen Reihe neuer Entwicklungen, die sich besonders im Zuge der Covid-19-Pandemie gesellschaftlich verbreitet haben. Der politische Einfluss rechtsextremer und -populistischer Parteien und Bewegungen hat in den letzten Jahren weltweit zugenommen. Zahlreiche Personen und Gruppierungen, die zuvor politisch nicht in Erscheinung getreten sind, haben sich über den Austausch in digitalen Kanälen radikalisiert. Im Tutorium werden wir uns mit diesen und weiteren Phänomenen anhand von praktischen und aktuellen Fallbeispielen befassen (QAnon, rechtsextreme Telegram-Gruppen, gezielte Desinformationskampagnen im Wahlkampf und während der Pandemie etc.). Wir werden dabei kritisch auf Erklärungsmodelle und Theorien aus verschiedenen Fachdisziplinen zurückgreifen und uns genauer ansehen, welche wissenschaftlich fundierten Präventionsmöglichkeiten es gibt, um antidemokratischen Bestrebungen etwas entgegenhalten zu können.

Das Tutorium ermöglicht Einblicke in neue Forschung zu aktuellen Phänomenen, fächerübergreifenden Austausch und bietet zudem die Möglichkeit auch eigene Themenwünsche einzubringen. Die wöchentlich stattfindende Veranstaltung richtet sich an alle interessierten Studierenden, egal ob mit oder ohne Vorwissen.

 

Tutor: Nick

Zeit:

Link:

E-Mail-Adresse: Nestler(at)students.uni-marburg.de

 

Do we make pop culture or does pop culture make us?

Popular culture has an astonishing power to induce emotion. This is especially true for films and series in which we are immersed in fictional worlds strikingly similar to our own. They have the power to make millions of us laugh, weep or cry. But have you ever stopped and asked yourself why we spend so much time immersed in these fictional worlds? Do they have positive or negative effects on our societies? In this tutorial we will investigate how popular culture affects our perspectives of community, traditional gender roles, sexuality, religion and much more. We will explore how movies and series have reinforced toxic masculinity, sexual assault and even the gender pay gap.

We will then delve into how this is changing with a new wave of popular culture, catering to a younger generation which has woken up to these injustices. Along with the rise of the #MeToo movement, this new wave has sought to right past wrongs, expanding female representation on-screen and covering neglected issues such as predatory romance. We will discuss how this new wave is helping individuals from all shades of the rainbow to open up and love themselves just the way they are.

So join us on our journey through pop culture and why it matters to all of us!

 

Tutor*innen: Fatima & Alex

Zeit: wöchentlich mittwochs 17-19 Uhr

Link: https://webconf.hrz.uni-marburg.de/b/ale-mal-n4w-bmb

E-Mail-Adresse:

 

Politik, Spiel und Gesellschaft – Die Konstruktion von Politik und Gesellschaft in Computer- und Videospielen

Computer- und Videospiele sind nicht nur aufwendige und kostspielige Unterhaltungsmedien, die sich jährlich millionenfach verkaufen, sie sind auch seit 2008 offiziell als Kulturgut anerkannt. Als solches reproduzieren, konstruieren und reflektieren sie sowohl die Kultur als auch die Politik und Gesellschaft ihrer Zeit. Sie schaffen eigene virtuelle Welten, die zunehmend politischer werden, auch wenn die Entwickler*innen dies oftmals abstreiten. Durch die Kommunikation und Konstruktion politischer und kultureller Identitäten haben sie durchaus das Potential, politische Identitäten zu beeinflussen. Doch wie kann dies gelingen? Wie konstruieren/thematisieren Computer- und Videospiele eine politische und gesellschaftliche Wirklichkeit? Wie wirkt diese auf uns? Und welche Themen werden in Computer- und Videospielen eigentlich wie verhandelt und warum sollte man dies durchaus kritisch sehen?

 

Solche und weitere Fragen sollen im Tutorium beantwortet werden. Es soll einen interdisziplinären theoretischen und methodischen Blick auf die Konstruktion von Politik und Gesellschaft in Computer und Videospielen werfen. Wir werden im Tutorium nicht nur theoretische und methodische Ansätze zur Analyse von Computerspielen kennenlernen, sondern diese auch an kleineren Beispielen praktisch anwenden. Insgesamt soll das Tutorium Einblicke in die Erforschung von Computerspielen geben, sowie je nach Interessensschwerpunkten der Teilnehmer*innen zu spezifischen Inhalten vertiefende Analysemöglichkeiten bieten. Zudem soll hierdurch ein kritischer Blick auf die Populärkultur und damit auch auf die gegenwärtige Gesellschaft erfolgen. Das Tutorium richtet sich dabei an alle interessierten Student*innen aller Fachrichtungen mit und ohne Vorwissen.

 

Tutor: Marvin

Zeit: wöchentlich mittwochs 14-16 Uhr

Link: https://webconf.hrz.uni-marburg.de/b/mar-zkv-qrj-1h4

E-Mail-Adresse: Hillem(at)students.uni-marburg.de